SPD Münchweiler an der Alsenz

Im persönlichen Gespräch mit Jaqueline Rauschkolb

Veröffentlicht am 15.12.2025 in Aktuell

Jaqueline Rauschkolb spricht mit uns über ihre schwere Erkrankung und wie sie wieder Kraft für ihre Arbeit findet.

Liebe Jaqueline, du hast in den letzten Monaten aufgrund einer Erkrankung pausieren müssen. Kannst du uns etwas darüber erzählen?
Im Mai hat es angefangen, dass ich Lähmungen im Fuß und im Gesicht gespürt habe. Nach mehreren MRT-Untersuchungen wurde der Grund hierfür entdeckt: Ein seltener Tumor im Rückenmark. Dieser wurde an der Uniklinik Mainz entfernt und war zum Glück gutartig. Diese Operation war risikoreich, aber erfolgreich. Allerdings musste ich länger in Reha bleiben. Dort ging es darum, wieder selbstständig ohne Hilfsmittel laufen und den Alltag bewältigen zu können. In den Wochen nach der OP habe ich einen Rollator benötigt.

Was hat dir in dieser schwierigen Situation Kraft gegeben?
Meine Familie und meine Freunde. Ich war im Sommer sechs Wochen nicht zuhause, habe unter anderem den Kita-Abschluss unseres kleinen Sohnes verpasst. Ich hatte mir aber vorgenommen an der Einschulung die Schultüte zu tragen. Das hat geklappt. Als Familienmensch war ich froh darüber, dass mich meine Familie und meine Freunde oft besucht und aufgemuntert haben. Auch Alexander Schweitzer hat mich besucht. Das hat mich sehr gefreut. Und meine Reha-Mädels, andere junge Frauen, mit schweren Schicksalen, die zeitgleich mit mir in Reha waren. Wir haben uns gegenseitig Kraft gegeben. Ich male aber auch gerne und probiere kreative Sachen aus.

Wie geht es dir jetzt?
Ich bin noch nicht ganz fit. Insgesamt ist es aber besser als alle gedacht haben. Die Ärztinnen und Ärzte sind sehr zufrieden. Ich bin weiterhin in Behandlung, mache Ergo- & Physiotherapie. Ich habe einen sensiblen Querschnitt als Folge der Operation an dieser schwierigen Stelle. Das heißt ich habe Nervenstörungen und Taubheitsgefühle abwärts der Halswirbelsäule. Mein linker Arm ist an der Unterseite taub. Dies kann sich aber mit der Zeit verbessern. Von außen ist das nicht sichtbar, aber ich muss zum Beispiel am Gleichgewicht arbeiten.

Wie sieht dein Alltag aktuell aus?
Ich arbeite wieder, das gibt mir Kraft und ich freue mich auf viele Begegnungen und den Austausch. Ich mache allerdings noch nicht ganz so viele Termine und fahre momentan nur kurze Strecken selbst, das heißt, ich bin hier auch auf Hilfe angewiesen. Ich freue mich aber, die ersten Plätzchen mit meinen Kindern backen zu können. Die kleinen Dinge genieße ich viel mehr.

Du bist sehr offen mit deiner Erkrankung umgegangen. Welche Rückmeldungen hast du dazu bekommen?
Mir war der Austausch von Anfang an wichtig. Die Erkrankung war und ist ein einschneidendes Erlebnis im Leben. Allerdings erleben einige Menschen Ähnliches in ihren Familien. Und wenn man miteinander spricht, kann man sich gegenseitig Kraft schenken und die schwere Zeit gemeinsam durchstehen. Zudem möchte ich anderen Mut machen, dass man auch mit Einschränkungen viel erreichen kann. Wir müssen hier als Gesellschaft offener werden und auch mehr in Barrierefreiheit investieren.

Was hast du dir für die Zukunft vorgenommen?
Ich bin gerne Abgeordnete und möchte mich weiter in Mainz für unsere schöne Region einsetzen. Wir stehen vor vielen großen Herausforderungen, die wir gemeinsam meistern können. Gerade die letzten Monate als Patientin haben mir zum Beispiel gezeigt, dass es einige Dinge gibt, die wir hier verbessern müssen um auch im ländlichen Bereich weiterhin gut versorgt zu sein. Und so gibt es viele Themen, die ich weiter gemeinsam angehen will.

 

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