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Michael Cullmann spricht im Interview unter anderem über die Waldmurmelbahn auf dem Stahlberg, und dass sie bereits jetzt ein voller Erfolg ist.
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Michael Cullmann spricht im Interview unter anderem über die Waldmurmelbahn auf dem Stahlberg, und dass sie bereits jetzt ein voller Erfolg ist.
Blädsche: Michael Cullmann, das Jahr 2025 geht dem Ende entgegen. Was sind für Sie die Themen des Jahres im Nordpfälzer Land?
Cullmann: Ich nehme mal nur die letzten Monate. Dort hatten wir Schwerpunkte bei Kinderbetreuung, der neuen Waldmurmelbahn und Geschwindigkeitskontrollen.
Blädsche: Gehen wir das der Reihe nach durch: Mit Ihnen als Bürgermeister hat die Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land in den letzten Jahren Kitas ausgebaut, ein Bürgerhaus zur Kita umgebaut und Trägerübernahmen gestemmt. Wie stellen Sie sicher, dass Kinder einen Betreuungsplatz erhalten?
Cullmann: Wir reagieren flexibel und dennoch zielgerichtet. So haben wir im Oktober in Würzweiler einen sogenannten Waldkindergartenwagen in Betrieb genommen. Damit können wir Bedarfe und Pädagogik gleichermaßen unterstützen. Im Wald, überhaupt draußen, spielen ist für Kinder wunderbar, aber aufgrund der Witterung nicht immer machbar. Unser Wagen bietet einen geschützten Raum mitten in der Natur, als Ergänzung für die Naturpädagogik. Die Kinder haben einen Rückzugsort zum Aufwärmen, Basteln, Frühstücken oder einfach zum Ankommen. Falls Eltern fragen: Wir bereiten die Kinder hier mindestens genauso gut auf die Schule vor wie andere Kindergärten auch.
Blädsche: Wo sehen Sie die größten Risiken für die Aufrechterhaltung solcher Leistungen? Fachkräftemangel, Finanzierung oder politische Rahmenbedingungen – und wie begegnen Sie ihnen?
Cullmann: Der Fachkräftemangel ist vielerorts ein Thema. Unser Kitabündnis zeigt, wie wir mit attraktiven Arbeitsbedingungen (z. B. flexible Arbeitszeiten, Fortbildungen und Synergien) und Teamstrukturen gegensteuern. Da sind wir führend in Rheinland-Pfalz und stehen als Konsultationskita in beratender Tätigkeit anderen Trägern und Kitateams zur Verfügung. Selbstverständlich bleibt die Finanzierung herausfordernd. Gesetze, die der Bund verabschiedet, müssen auch aus Berlin finanziert werden.
Blädsche: Die Waldmurmelbahn konnte im Oktober in Betrieb genommen werden. Gibt es schon erste Erfahrungen?
Cullmann: Natürlich waren wir optimistisch für ein Projekt, das unser Nordpfälzer Land auch überregional bekannt machen soll. Aber dass die beiden Rundwanderwege, zum einen mit der Waldmurmelbahn, zum anderen der Walderlebnispfad mit den Spielstationen, so phänomenal einschlagen war nicht vorauszusehen. Mittlerweile konnten mehr als 2000 Murmeln verkauft werden, es gibt für nächstes Jahr schon Anfragen von Unternehmen. Im Nachhinein dürfen wir auch nicht vergessen, dass die meisten Arbeiten von Unternehmen aus dem Nordpfälzer Land erbracht wurden. Vom ersten Logo über Ingenieurleistungen und Bauausführung bis zur gestern verkauften Murmel!
Blädsche: In immer mehr Orten wird sich über die hohen Geschwindigkeiten des Autoverkehrs beschwert. Können Sie das nachvollziehen und was macht die Verbandsgemeinde, um die Unfallgefahr zu reduzieren?
Cullmann: Es ist nachvollziehbar und auch belegbar. Unsere Messtafeln haben an einigen Stellen Geschwindigkeiten von über 100km/h in Ortslagen gemessen. Die Gesetzeslage macht es uns dabei nicht einfach, dort reduzierend (z.B. mit Tempo- 30 Zonen) einzugreifen. Nach langen Vorbereitungen ist es uns nun gelungen, die Erlaubnis der Aufsichtsbehörde für eigenständige Geschwindigkeitskontrollen im Nordpfälzer Land zu erhalten. Wir legen kurzfristig fest, an welchen Stellen wir blitzen, dies sorgt für eine präventive Wirkung. Die Kontrollen sind kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für mehr Sicherheit, Gerechtigkeit und Effizienz, sie können Leben retten!
Blädsche: Dieser Rückblick war ja teilweise auch ein Blick in die Zukunft. Was liegt sonst noch 2026 an?
Cullmann: Die genannten Themen bleiben auf der Agenda. Bei den Kitas stehen weitere Baumaßnahmen an, auch im Tourismus sind wir bei den Großprojekten wie Jugendherberge in Rockenhausen oder Viktoria Stift in Finkenbach-Gersweiler beteiligt. Die Feuerwehren müssen für die aktuellen Gefahrenlagen angepasst werden, im Naturerlebnisbad steht die Sanierung an. Die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung bleibt im Fokus, die Straßen- und Bahninfrastruktur haben wir immer im Blick, Projekte für Erneuerbare Energien stehen in den Startlöchern. Das ist nicht abschließend und die eine oder andere Überraschung wird es auch geben, es wird nicht langweilig.
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