SPD Münchweiler an der Alsenz

Die Rheinpfalz vom 05. Februar 2014

Veröffentlicht am 05.02.2014 in Ortsverein

SPD schickt Kandidatin ins Rennen
EISENBERG: Jaqueline Rauschkolb will Stadtbürgermeisterin werden – Bürgerhaus zentrales Wahlkampfthema

Nachdem es zwischenzeitlich so aussah als würde die SPD darauf verzichten, in Eisenberg einen eigenen Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 25. Mai aufzustellen, gibt es seit Montagabend nun doch einen Bewerber. Genauer gesagt eine Bewerberin. Jaqueline Rauschkolb will versuchen, was vor fünf Jahren ihrem Vater Manfred misslang: Das Bürgermeisteramt in der einstigen sozialdemokratischen Hochburg zurückzuerobern.

Der Eisenberger SPD-Vorsitzende Reinhard Wohnsiedler und der Fraktionsvorsitzende im Stadtrat Manfred Rauschkolb sind sichtlich stolz auf ihren kleinen Coup, als sie der RHEINPFALZ die Kandidatin präsentieren. Die Entscheidung, die 26-Jährige zu nominieren, war bei der Mitgliederversammlung direkt zuvor gefallen. Und das Votum war eindeutig: Alle 43 Anwesenden hatten sich für eine Stadtbürgermeisterkandidatin Jaqueline Rauschkolb ausgesprochen.Mit ihr habe man eine „Alternative für die Zukunft, nicht nur für die nächsten fünf Jahre“ aufgestellt, sagt Manfred Rauschkolb. Die Devise ist also klar: Den Kandidaten von FWG und CDU, Adolf Kauth und Georg Grünewald, beide deutlich jenseits der 60, will man eine junge Alternative entgegensetzen. Dass Jaqueline Rauschkolb trotz ihres jungen Alters bereits „enorme politische Erfahrung“ besitzt, hebt Reinhard Wohnsiedler hervor: Immerhin ist sie als rheinland-pfälzische Landesvorsitzende der Jusos „Chefin“ von über 4000 Jungsozialisten.
Ziel sei, die Anzahl der SPD-Sitze im Stadtrat zu erhalten und auszubauen, sagt die Kandidatin selbst. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren war die SPD als stärkste Fraktion im Stadtrat von den Freien Wählern abgelöst worden. Der Entschluss zu kandidieren sei im Laufe der vergangenen Wochen in der Diskussion mit ihrer Partei entstanden, sagt Jaqueline Rauschkolb. Sie selbst legt Wert darauf, nicht nur als Kandidatin des jüngeren Bevölkerungsteils wahrgenommen zu werden: „Ich will in der Stadt, in der ich groß geworden bin, die Zukunft für alle Generationen gestalten“, umreißt sie ihre Vorstellungen.

Auch wenn das Wahlprogramm erst im März festgezurrt werden soll, deutet sich schon jetzt an, mit welchem Thema die SPD gegen Amtsinhaber Kauth vor allem punkten will: „Das Bürgerhaus soll als Haus der Begegnung erhalten und ausgebaut werden“, fordert Rauschkolb. Einen Verkauf, wie vom derzeitigen Stadtchef erwogen, lehne sie ab. Als weiteres Anliegen nennt die 26-Jährige, den demografischen Wandel in der Stadt zu gestalten. Sowohl familien- als auch seniorenfreundlicher solle Eisenberg werden. Der älteren Generation solle selbstbestimmtes Wohnen ermöglicht werden, den Seniorenbeirat will Rauschkolb stärken und das Angebot an Ausflugs- und Informationsveranstaltungen fördern. Auf der anderen Seite des Generationenspektrums soll die Kinder- und Jugendarbeit gestärkt werden, zum Beispiel mit einem Ausbau des Ferienprogramms. Auch das Thema Wirtschaft will die Kandidatin beackern: „Den Mittelstand und die Geschäfte sichern“ lautet das momentan noch etwas vage formulierte Ziel. In das Wahlprogramm sollen außerdem auch Ergebnisse einer Bürgerbefragung einfließen, die die SPD gemacht hat. In den kommenden Wochen sollen nun zunächst einmal die Listen für die zu wählenden Räte aufgestellt werden und dabei auch die offizielle Wahl Rauschkolbs zur Stadtbürgermeisterkandidatin erfolgen, bevor die heiße Phase des Wahlkampfs startet. Bis dahin will Jaqueline Rauschkolb auch ihre Bachelor-Arbeit an der Universität Kaiserslautern abgeschlossen haben, um sich mit voller Kraft in den Kampf ums Bürgermeisteramt werfen zu können. „Es wird eine Homepage geben, und wir werden auch Wahlkampf über soziale Netzwerke machen“, kündigt sie an. Dass die Koalition mit den Freien Wählern auf Verbandsgemeindeebene den Wahlkampf der Sozialdemokraten in der Stadt behindert, glaubt Reinhard Wohnsiedler nicht: „Wir haben eine gute Zusammenarbeit in der VG, aber die Themen in der Stadt sind andere.“ (zin)

KOMMENTAR
Aus der Not eine Tugend
Von Timo Leszinski
Mit der Nominierung von Jaqueline Rauschkolb ist der Eisenberger SPD ein kleiner Coup gelungen. Der Wähler hat nun eine echte Wahl.

Aus der Not, dass sich in der Riege der erfahrenen älteren Herren offenbar niemand fand, der in einem vermeintlich aussichtslosen Wahlkampf gegen Stadtbürgermeister Adolf Kauth antreten wollte, haben die Eisenberger Genossen eine Tugend gemacht und schicken mit Jaqueline Rauschkolb eine junge, unverbrauchte Kraft ins Rennen. Dass Rauschkolb in der Kommunalpolitik im Gegensatz zu ihren beiden Kontrahenten noch ein relativ unbeschriebenes Blatt ist, birgt für den Wahlkampf ein gewisses Risiko. Andererseits ist die 26-Jährige in Eisenberg tief genug verwurzelt und dürfte als Juso-Landesvorsitzende über genügend politische Erfahrung verfügen, um nicht als reine Zählkandidatin durchzugehen. Die SPD hat mit einer jungen Frau als Zugpferd die Chance, in ihrer einstigen Hochburg neue Wählerschichten zu erschließen. Für den Wähler ergibt sich die erfreuliche Situation, am 25. Mai die Wahl zwischen (mindestens) drei Kandidaten für das Stadtbürgermeisteramt zu haben. Zwar bleibt Amtsinhaber Adolf Kauth haushoher Favorit, doch der Wahlkampf verspricht plötzlich mehr Spannung als man zunächst erhoffen durfte.
Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Unterhaardter Rundschau - Nr. 30
Datum Mittwoch, den 5. Februar 2014
Seite 17

 

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